Worried teenager woman covering her face with hands on the beach in winter

 

Angststörungen

 

Angst ist ein Gefühl, das wir in unserem Körper verspüren.
Sie müssen Sich nicht verstecken, weil Sie unter Ängste leiden.

Angst ist eine hilfreiche Reaktion unseres Körpers, sie kann lebensrettend sein.
Angst gehört zu existenziellen Grunderfahrungen des Menschen.
Angst hilft uns Gefahren zu erkennen und darauf zu reagieren.
Ängste mahnen uns zur Vorsicht und zu erhöhter Aufmerksamkeit.
Sie kann zu Kampf, Starre oder Flucht führen.
Begründete Angst verschafft uns die nötigen Energien, um entschlossen zu handeln.
Angst ist keine Zeichen von Schwäche und Klein sein.

 

Angststörungen

Dazu gehören Phobien, Zwänge, Panik, Belastungsstörungen

Angststörungen sind die häufigsten psychische Störungen.
Sie sind oft mit Depressionen, Alkoholmissbrauch und anderen Erkrankungen verbunden.
Der Betroffene kann die Angst kaum oder nicht kontrollieren.
Jeder vierte Mensch mit Angst klagt über chronische Schmerzen.
Die Wurzel vieler Probleme ist die Angst.
Jeder Mensch hat sich in seinem Leben mehr oder weniger ängstlich erlebt.
Die Angst wird uns bleiben. So lange bis wir uns entschließen, die Angst zu heilen.


Phobien

Bezieht sich auf Angst besetzte Situation oder auf Objekte.

Soziale Phobie

Extreme Form der Schüchternheit (Kontaktangst).

  • Angst vor prüfender Betrachtung durch andere Leute
  • Angst die Geschäfte zu betreten
  • Angst vor Kritik, Prüfungen, Chef
  • Angst vor Blamage und Demütigung
  • Angst die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu ziehen
  • Angst öffentlich eine Rede zu halten
  • Angst öffentliche zu erröten
  • Angst vor Menschenmassen
  • Angst etwas zu sagen oder zu tun, dass die anderen für dumm halten
  • Angst Fremde anzusprechen

Agoraphobie “Platzangst”

  • Angst auf öffentliche Plätze, wie den Marktplatz zu gehen
  • Angst vor Menschenmengen
  • Angst das eigene Haus zu verlassen
  • Angst Geschäfte, Kino, Restaurant zu betreten
  • Angst alleine in Zügen, Bussen oder Flugzeugen zu reisen
  • Panik bei dem Gedanken zu kollabieren und hilflos in der Öffentlichkeit liegen zu bleiben
  • Fehlen eines sofort nutzbaren “Fluchtweges”

 

Spezifische Phobie

Sind durch starke Angst und Vermeidung von gefürchteten Objekten oder Situationen gekennzeichnet.

Zoophobie: Angst vor Tieren
Panthophobie: Angst vor Krankheiten
Testophobie: Angst vor der Prüfung
Astraphobie: Angst vor Donner
Akrophobie: Angst vor Höhe und Tiefe
Nyktophobie: Angst vor der Dunkelheit
Dentophobie: Angst vor dem Zahnarzt
Aviophobie: Angst vor dem Fliegen (Flug)
Klaustrophobie: Angst vor engen und geschlossenen Räumen
Aquaphobie: Angst vor Wasser

 

P1040312 Angststörung
Katja Merkel

Zwangsstörungen

Sind wiederkehrende eigene quälende Gedanke (Grübeln), Ideen, Impulse oder Handlungen.

  • werden als sinnlos erlebt oder haben einen gewalttätigen Inhalt
  • erfolgloser Versuch Widerstand zu leisten
  • werden als nicht angenehm empfunden
  • Symptome bestehen mindestens 2 Wochen lang, sind an den meisten Tagen nachweisbar, oft stundenlang

Zwangsgedanken

Sind immer wiederkehrende ungewollte Gedanken.

  • Angst davor mit Beleidigungen herauszuplatzen
  • Angst davor, für schreckliche Ereignisse verantwortlich zu sein
  • Angst davor, gewisse Dinge zu sagen

Zwangshandlungen

Sind immer wiederkehrende ungewollte Handlungen.

  • übertriebenes Waschen der Hände oder  von Haushaltsgegenständen
  • Kontrolle von Schlössern, Herd, Geräten
  • zwanghaftes Haare ausreißen
  • übertriebenes Klopfen, Anfassen, Reiben, hinein- und hinausgehen
  • übertriebenes Schreiben von Listen

Panikstörung


Sind wiederkehrende schwere impulsive Angstzustände oder Panik Zustände.

  • nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränkt
  • nicht vorhersehbar und treten völlig unerwartet auf
  • Angst in Situationen, in denen keine objektive Gefahr besteht
  • Angstgefühle sind nicht auf bekannte oder vorhersagbare Situationen begrenzt
  • zwischen den Panik-Attacken müssen angstfreie Zeiträume liegen
  • treten oft mit einer Agoraphobie auf
  • Achten Sie auf Vermeidungsverhalten!

Panik-Attacken

Sind wiederkehrende Angst-Attacken.

  • Herzklopfen, Brustschmerzen, Schwindel, Gefühle des Ersticken
  • Atemlosigkeit, Zittern, Beben, Würgen, Schwitzen, Übelkeit, Hitzewallungen
  • Taubheit oder Kribbeln in Gesicht, Händen oder Beinen
  • Angst verrückt zu werden
  • Angst etwas Unkontrollierbares zu tun
  • Betroffene haben Todesangst, befürchten Herzstillstand oder Herzinfarkt
  • Panik-Attacken erscheinen oft unvermutet, ohne offensichtliche Gefahrenquelle
  • Panik-Attacken dauern wenige Minuten, manchmal etwas länger, max. 30 min.
  • Panik-Attacken können täglich bis monatlich schwanken
  • Sorge darüber, wann kommt der nächste Anfall und deren mögliche Folgen
  • Erwartungsangst, es entsteht eine Angst vor der Angst
Lilie Angststörung

Katja Merkel

 

 

Generalisierte Angststörung

Sind durch übertriebene Sorge über Ereignisse und Aktivitäten gekennzeichnet.

  • Symptome müssen mindestens 6 Monate lang an den meisten Tagen auftreten
  • übermäßige Angst (viele Gedanken) auf alltägliche Situationen wie das Grübeln über Alltagserlebnisse
  • sich sorgen vor Krankheiten, vor Alltäglichem, um den Job
  • grübeln oft über das Wohlergehen nahe stehender Menschen
  • Angst vor einem zukünftigen Unglück
  • Betroffene fühlen sich gestresst
  • Schlafprobleme
  • sich viele Sorgen machen, auch wenn das nichts bringt

 

Posttraumatische Belastungsstörung – PTSD

PTSD gehen ein oder mehrere belastende Ereignisse von außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmaß (Trauma) voran.
Dazu gehören Kriegssituationen, Naturkatastrophen, Vergewaltigung, schwere Unfälle, Folter und Gewalteinwirkungen gegenüber der eigenen oder fremden Person.

  • wiederkehrende Gedanken über ein Ereignis
  • Flashbacks
  • Alpträume
  • Vermeidung von Situationen, Gedanken, Gefühlen, Geräusche, Gerüche, Aktivitäten
  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Reizbarkeit
  • Gefühlslosigkeit

Typische Merkmale:

  • wiederholte Erleben des Traumas in Träumen
  • Erinnerungen (Flashbacks)
  • Vermeidung von Aktivitäten und Situationen diese Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten
  • Gefühl von Betäubt sein
  • Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen

 

Verbundenheit Angststörung

Katja Merkel

 

Symptome der Angst

z. B. Schwitzen, Zittern, Erregung
Übelkeit, Harndrang
Herzklopfen, Herzbeschwerden
Gefühl des Ersticken, Nervosität
Schwindel
Unruhe, Durchfall, Mundtrockenheit
Beschleunigung des Pulses
Hitzewallungen
Sprachschwierigkeiten
Atembeschwerden, Brustschmerzen, Erbrechen
Angst vor der Angst
übersteigerte Vorstellungen
Angst vor Gefahren
große Pupillen, erhöhte Muskelanspannung
Angst zu sterben
Angst vor Kontrollverlust
Angst wahnsinnig zu werden
schnelle und flache Atmung